Ayurveda-Kur und Hausboot-Cruise in Kerala

Nach einer aufregenden Entdeckungsreise durch den Norden Indiens, bietet sich Kerala zum Auftanken der Energiereserven an. Mit dem Flieger ging es nach Trivandrum, an der südlichen Spitzen Indiens gelegen. Bekannt ist der Bundesstaat Kerala auch für seine Ayurveda-Anwendungen. Was wäre also nahe liegender als die Entspannung dort mit einer „Ayurveda-Kur“ zu verbinden. Bislang konnte ich schon Einblicke in die traditionelle balinesische, die traditionelle thailändische und selbstverständlich die traditionelle chinesische Medizin sammeln. Alle drei scheinen auf die selben Wurzeln zurückzugehen. Mit der indischen Volksheilkunde bin ich bisher allerdings noch nicht in Berührung gekommen.

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Vier Nächte verbrachten wir in einem mehrmals in Folge von der Regierung für seine Qualität ausgezeichneten Ayurverda Resort. Eingebettet in einen wunderschönen Garten und direkt an einem Traumstrand am arabischen Ozean gelegen, bietet es die passende Umgebung für solch einen Aufenthalt. Gleich bei der Ankunft am Abend wurde uns bewusst, dass wir als Backpacker nicht wirklich dem herkömmlichen Zielpublikum entsprachen. Immerhin konnten wir den Altersdurchschnitt der Gäste erheblich senken. (-; Mehrmals wurde uns mitgeteilt, dass drei Behandlungstage viel zu kurz seien, um eine Veränderung zu bewirken. Viele Gäste mieten sich gleich mehrere Wochen ein, sei es nur zur Erholung oder zur gezielten Kur diverser chronischer Krankheiten. Jedenfalls war es allein, einmal aus der Rolle des Therapeuten zu schlüpfen und mich unter die Patienten zu mischen, eine nette Erfahrung. Daneben war es interessant, sich als völliger Laie auf eine „Therapie“ einzulassen, die man auch nicht ansatzweise nachvollziehen kann.

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Das Programm begann am ersten Tag mit einem Besuch beim Arzt bzw. genauer gesagt einem Gespann aus zwei Ärzten. Der eine war ein noch recht junger, ich vermute v.a. westlich ausgebildeter Mediziner, während seine ältere, mit einer herzlichen Ausstrahlung gesegneten, Kollegin, für die ayurvedische Diagnose zuständig war. Auf ein ausführliches Aufnahmegespräch folgte eine kurze körperliche Untersuchung. Anschließend machte sich die Ayurveda-Ärztin mit ihrer ganzen Erfahrung ans Werk. Wie auch in der chinesischen Medizin untersuchte sie den Puls am Handgelenk. Während man in der TCM allerdings beide Seiten tastet um verschiedene Abweichungen des Optimalzustandes zu erkennen und einem „Organsystem“ zuzuordnen, begnügte sie sich nur mit der linken Seite. Auf meine Nachfrage erklärte sie mir, hierdurch den Konstitutionstypus bestimmen zu können. Darüber hinaus legte sie anschließend die andere Hand auf meinen Kopf, um die „Richtung der Blutzirkulation“ zu erspüren.

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Meine aus der Diagnostik resultierende Therapie, bestand aus einer gezielten ayurvedischen Kost, aryuvedischer Kräutermedizin sowie natürlich den speziellen, täglichen Massageanwendungen. In tollem Ambiente, mit Blick auf den Ozean, begannen die Behandlungen jeweils im Sitzen. Ich denke dies war eine Art Aktivierungsmassage, wobei sich mein Therapeut mit viel Öl v.a. auf den Kopf und die „Chakren“ konzentrierte, um diese zu öffnen. Anschließend ging es unter Zuhilfenahme von noch mehr Öl im Liegen weiter – entweder auf der Bank oder zur „Fußmassage“ auf dem Boden. Bei letzterem hielt er sich an einem, an der Decke befestigten Seil fest, während er mit einem Fuß versuchte, jede Körperpartie zu bearbeiten – selbstverständlich mit viel Öl! Nach einer kurzen Ruhepause wurde ich mit einem weiteren Masseur von oben bis unten synchron mit Kräuterstempeln abgerieben, die zuvor in heißes Öl getaucht wurden!

Abgerundet wurde das Therapieprogramm von einem umfangreichen Yogaangebot. Angeleitet wurden die Sitzungen von Dr. Vakayil, einem charismatischen Mann, der laut seiner Visitenkarte wohl bereits die nationalen Yogameisterschaften gewinnen konnte. Daneben ist er ausgebiledter Prana Heiler und wie er meint in der Lage, die Aura eines Menschen zu behandeln. So nutzt er die Zeit zwischen den Stunden, um die verschiedensten Leiden seiner Schüler zu lindern. Selbstverständlich habe ich es mir nicht nehmen lassen, ihm dabei über die Schultern zu schauen.

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Um einige Jahre verjüngt setzten wir unsere Reise nach drei Tagen nach Alleppey fort. Drei Stunden fuhren wir mit dem Bus die Küste entlang nach Norden. Dieser, auch als Venedig des Ostens bekannte Ort, ist der beste Ausgangspunkt für eine Bootstour durch die sogenannten Backwaters, ein paradiesisches Gebiet voller palmengesäumter Wasserstraßen. Für diese Tour charterten wir uns ein ehemaliges Reisboot, das mittlerweile zu einem Hausboot umgebaut wurde. Von diesen alten Booten gibt es auf den Backwaters jede Menge. Unseres wurde jedoch von seinem Besitzer so individuell konstruiert, dass es aus zwei Etagen besteht. Während sich unten die Crew bestens um das leibliche Wohl kümmert, befindet sich oben das private Schlafzimmer sowie als Highlight ein Sonnendeck. So verbringt man den Tag auf einer bequemen Matratze liegend, mit bester Aussicht auf das ländliche Treiben, während das Boot gemütlich die Kanäle entlang schippert.

Unser Boot
Unser Boot

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