Beijing Tag 2

Ein altes chinesisches Sprichwort besagt, dass „ein Haus nicht vollendet ist, solange man keine Mauer darum errichtet hat“.

Aus chinesischer Sicht trennt eine Mauer das Innere (Yin) vom Äußeren (Yang).

Meinen 2. Tag in Peking habe ich genutzt um die chinesische Mauer bzw. die große Mauer wie sie hier genannt wird zu besuchen.

Was mir vorher auch nicht bewusst war, dass es nicht die eine Mauer gibt. Nahezu jede Dynastie hatte ihre eigene große Mauer errichtet bzw. die alten ergänzt. Die Gesamtlänge aller Mauern werden auf über 25ooo km geschätzt. Der Grund war jedoch immer der selbe: Man wollte sich von den mongolischen Steppenvölkern schützen die regelmäßig im Herbst China überfielen und plünderten. Etwas bizarr erscheint dagegen, dass es heute v.a. Mongolen sind, die schwitzende Touristen an den Wehrtürmen abpassen um ihnen Getränke oder Souvenirs zu verkaufen.

Für diese Tour habe ich nicht den direkten Weg von Peking gewählt, sondern eine dreistündige Busfahrt in den Norden in Kauf genommen. Dies hat sich definitiv gelohnt. Nicht nur weil ich hierdurch einen ersten Eindruck vom Umland gewinnen konnte, sondern vielmehr weil dieser Abschnitt kaum besucht ist und sich entlang einer tollen Bergkulisse schlängelt. Apropos schlängeln, dieser Abschnitt, der der Neuste aller Bauabschnitte ist (1528-1588), stammt aus der Ming Dynastie und wird auch Steinerne Drache genannt. Im Norden Pekings klettert sie über 1200m hohe Gipfel, sie stürzt in unzugängliche Täler und durchschneidet Flüsse und Seen. Am östlichsten Punkt ragt sie schließlich mit dem Drachenkopf bis ins Chinesisch Meer. Von hier bis zum ersten Turm im Westen beträgt die Länge mehr als 4000 km.

Unvorstellbar sind die Bedingungen unter denen die Mauer gebaut wurde. Zum einen die perfekte Infrastuktur und mintiöse Planung. Andererseits die menschenverachtende Brutalität die unzählige Todesopfer gefordert hat. Es heißt, dass ein 2 km langer Abschnitt von 3000 Arbeitern in nur 600 Tagen fertig gestellt wurde. Faszinieren finde ich auch Anordnung der Wehrtürme. Durch spezielle Codes konnten durch Rauch (Tag) bzw Feuer (Nacht) Informationen von Turm zu Turm innerhalb von 24 std über mehrere 100 km weitergeleitet werden.

Mao soll einmal gesagt haben: „“Wer es nicht auf die Mauer geschafft hat, ist kein ganzer Mann“ Insofern trifft das auf mich schon mal nicht mehr zu. Bei brühender Hitze bin ich mit einer kleinen Gruppe knapp drei Stunden einen grandiosen Abschnitt abgewandert. Ich befürchte aber es kommt auf den Bildern nicht heraus wie fantastisch diese Wehranlage ist. Auch heute hatte ich wieder richtig Glück von Smog verschont zu bleiben und hatte somit eine grandiose Fernsicht. Mittlerweile bin ich wieder auf der Rückfahrt nach Peking.

3 Kommentare


  1. ·

    Hi Hannes wie ich seh bist du schon voll in Action. Schöne Bilde und tolle Berichte. Aber Denk immer dran da Big Brother immer schön mitliest. Achte drauf das alles im Fluss ist . :-)

    Gruß

    Tuan

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