Guangzhou Tage 6-7: Wochenende

Leider sagt der Wetterbericht für die kommende Woche weitere Regenfälle voraus. Trotzdem nehmen Frequenz und Intensität so langsam aber sicher ab. Auch diese vergangene Wochenende gab es immer wieder trockene Phasen, so dass wir unser Sightseeingprogramm mehr oder weniger durchziehen konnten.

Mein oberstes Ziel für diesen Samstag war, mir meine Bus- und Zugtickets für das kommende Wochenende zu organisieren. Daher habe ich morgens zu erst den Hauptbahnhof von Guangzhou angesteuert. Auf das was mich dort erwartet hat, war ich allerdings nicht vorbereitet: Menschen ohne Ende auf dem Bahnhofsplatz. Langsam bahnte ich mir meinen Weg Richtung Eingang, irgendwann ging es aber nicht mehr weiter. Es sah von weitem auch so aus als würde niemand in den Bahnhof mehr rein gelassen werden. Eine sehr komische Situation. Teilweise saßen die Leute auf ihren Koffern und warteten. Ich war gefangen zwischen all den Massen. Keiner kam mehr voran, die Luft war extrem schwül und stickig. Wie ich mich endlich etwas befreien konnte, habe ich sofort den Rückzug angetreten und bin Richtung Busbahnhof gelaufen. Hier konnte ich wenigsten bis an den Schalter vordringen und erfahren, dass mein Busticket erst ab Sonntag zu kaufen wäre.

Ohne Tickets habe ich mich anschließend auf den Weg zu den anderen aus meiner Gruppe gemacht. Zunächst besichtigten wir ein über 2000 Jahre altes Mausoleum. In dieser Grabstätte wurde Zhao Mo, der zweite König von Nanyue begraben. Das Grab wurde erst 1983 zufällig entdeckt und man fand dort neben dem König selbst, ein Menge von Grabbeigaben und noch weitere Skelette (Konkubinen und Bedienstete). Der Leichnam des Königs war in einen beeindruckenden Jadepanzer eingepackt. Das Museum ist laut Lonley Planet mittlerweile das beste Museum Chinas. Ob das wirklich zutrifft wage ich zu bezweifeln. Trotzdem war der Besuch sehr lohnenswert.

Als zweiter Tagesordnungspunkt stand der Besuch des Ahnentempels der Chen-Sippe auf dem Plan. Die Chen-Linie war wohl ein bedeutender, einflussreicher Clan in Guangzhou. Der alte, im südchinesischen Baustil gehaltenen Gebäudekomplexes, beeindruckte mit kostbaren Schnitzereien und kunstvollen Verzierungen.

Grabkammer
Grabkammer
Ausmaß der Grabkammer
Ausmaß der Grabkammer
Grabkammer
Grabkammer
Jadepanzer
Jadepanzer
Das königliche Siegel
Das königliche Siegel
die Überreste des Königs
die Überreste des Königs
DasWahrzeichen Guangzhous
DasWahrzeichen Guangzhous
Ahnentempel der Chen-Sippe
Ahnentempel der Chen-Sippe
Ahnentempel der Chen-Sippe
Ahnentempel der Chen-Sippe
Ahnentempel der Chen-Sippe
Ahnentempel der Chen-Sippe
Ahnentempel der Chen-Sippe
Ahnentempel der Chen-Sippe
Ahnentempel der Chen-Sippe
Ahnentempel der Chen-Sippe
Ahnentempel der Chen-Sippe
Ahnentempel der Chen-Sippe
Ahnentempel der Chen-Sippe
Ahnentempel der Chen-Sippe

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Den heutigen Sonntag nutzten wir für einen größeren Ausflug nach Kaiping. Zuvor konnte ich jedoch noch mein Busticket besorgen. Im Umkreis um die, etwa 150 km von Guangzhou entfernte Provinzstadt, liegen die als Weltkulturerbe ausgeschriebenen Diaolou, eine Ansammlung von befestigten Wohn- und Wachtürmen. Sie wurden Anfang des 20. Jahrhunderts von chinesischen Auswanderern erbaut. Nachdem sie in den USA zu Wohlstand gekommen waren, errichteten sie diese Türme in diversen Architekturstilen. Die Wehrbefestigungen waren wohl zunächst gegen Räuber bzw. später gegen die Japaner gerichtet. Unabhängig von den Gebäuden, war es einfach schön dem Lärm der Stadt zu entfliehen und etwas Provinzluft zu schnuppern.

Busbahnhof Guangzhou
Busbahnhof Guangzhou

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Regenschauer
Regenschauer

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American Standard!
American Standard!

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Souvenirs
Souvenirs
Souvenirs
Souvenirs

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Als wir am Abend Guangzhou wieder erreicht hatten, startete ich einen erneuten Angriff auf meine Zugticktes. Der Bahnhof war immer noch gesperrt, der Vorplatz war mittlerweile war aber einigermaßen leer. Ich fand verschiedene Schlangen vor Ticketschaltern, wo ich mich schön brav einreihte. Jedesmal allerdings mit dem selben ernüchternden Ergebnis: Es gibt keinen Kartenverkauf nur Umtausch. Eine Internetrecherche am späten Abend brachte die Erklärung. Wegen den starken Regenfällen der letzten Tage, gab es einige Katastrophen mit Überschwemmungen und Erdrutschen. Insgesamt mussten in der Umgebung eine halbe Millionen Menschen evakuiert werden. In einem Ort sind anscheinend innerhalb 24 Stunden knapp 1000 mm Niederschläge gemessen worden. Daher waren / sind die wichtigsten Bahnstrecken nicht mehr passierbar. Der Bahnhof wurde also tatsächlich geschlossen und am Samstag sollen dort mehr als 10000 Menschen gestrandet sein. Leider habe ich davon kein Bild gemacht. Ich wollte einfach nur weg.

Morgen werde ich meine letzte Famulatur Woche hier in Guangzhou antreten. Eigentlich war ich ja für die Herz-Thorax-Chirurgie vorgesehen. Anscheinend hat sich mein Einsatz in der Tuina-Abteilung jedoch auf dem Kongress herum gesprochen. So wurde ich von einem (wie immer sehr bekannten…) TCM-Professor eingeladen in seine Rehaklinik zu kommen. Selbstverständlich habe ich sofort zu gesagt. Mal sehen was mich dort erwartet!

p.s. Die Bilder aus dem letzten Beitrag sind vollständig

2 Kommentare


  1. ·

    Hi mein Lieblingsfotograf, das 10. Bild von unten ist mein absolutes Lieblingsbild!!! Absolut perfekt getroffen;-)
    PS: Mit deinem Zugdrama können meine 5 Stunden Augsburger Hauptbahnhof nur schlecht mithalten…

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  2. ·

    Hi Hannes

    Bin stolz auf dich. Und gleichzeitig machen deine Bilder und Berichte hungrig auf China. Vielen dank für die tollen Bilder und die detaillierten Berichte. Weiterso!

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