Jaisalmer – Die Stadt aus der Aladin stammen könnte

Nach knapp sechs Stunden holpriger Fahrt sind wir wohlbehalten in der Wüstenstadt Jaisalmer angekommen. Bereits von unserer letzten Unterkunft aus hatten wir ein Hotel reserviert, so dass man uns einen Abholservice vom Busbahnhof anbot. Dies kam uns sehr entgegen, da wir so den Kampf mit den dreisten TukTuk-Fahrern umgehen konnten. Diese möchten einen in ein vermeintlich viel besseres Hotel fahren und dort selbstverständlich Kommission kassieren. Neben all den schreienden Fahrern, sprachen uns allerdings zwei verschiedene Fahrer mit unseren Namen an und wollten uns in das gebuchte Hotel bringen. Schnell durchschauten wir das Spiel: noch in Jodhpur half uns ein Angestellter beim Besteigen des Busses und bot uns eine Unterkunft im Hotel seiner Familie an. Wir lehnten dankend mit dem Hinweis, schon etwas gebucht zu haben, ab. Trotzdem stand nun sein Bruder bereit, um uns mit zu nehmen. Zum Glück hatte ich aber nicht unsere Zieladresse genannt. So konnte uns nur einer von beiden das richtige Hotel nennen.

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Glücklich darüber, nicht in die nächste Falle getreten zu sein, stiegen wir in sein Gefährt und ließen uns von dem wartenden Chauffeur zu seinem Hotel bringen. Unterwegs machte er uns aber weis, dass er mehrere Hotels besitze und uns erst einmal zu der Alternativunterkunft bringen wolle – genau so schön, nur günstiger. Erst nach längerem Nachbohren wurde uns seine Masche klar. Anscheinend schickt unser gebuchtes Hotel einen Fahrer, der die Information an das andere Hotel weiterverkauft und uns dort hin bringt. Wir bestanden aber darauf zunächst beide „seiner“ Hotels zu sehen. Schließlich kamen wir doch in der von uns gewünschten Unterkunft an.

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Das aus Sandstein erbaute Fort von Jaisalmer könnte gut und gerne als Kulisse für einen weiteren Aladinfilm fungieren. Etwa 100 Meter höher als die umgebene Stadt gelegen, ragen die Festungsmauern empor. Die Festung ist so groß, dass sie von gut 2000 Menschen bewohnt wird. Zudem gesellen sich noch viele Touristen hinzu, die hier unterkommen. In den engen Gassen gibt es zahlreiche Händler die Stoffe, Teppiche und andere Waren feil bieten. Das eindrucksvolle Zentrum wird von einem Komplex aus sieben Jain-Tempeln (alte indische Religion) gebildet.

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Am Nachmittag brachen wir zu einer Kamelsafari auf. Diese buchten wir über eine Agentur, die versprach, im Gegensatz zur Konkurrenz, rein untouristische Pfade zu betreten. So fuhren wir mit dem Jeep zunächst weitere 60 km ins Niemandsland. Kurz bevor wir die Kamele erreichten, besuchten wir eine „Ranch“. Diese wurde von zwei Wüstenfamilien bewohnt und bestand eigentlich nur aus einer zeltähnlichen Hütte und weidenden Ziegen. Wir wurden sehr freundlich empfangen, obwohl eine Kommunikation nicht wirklich möglich war. Die Männer waren gerade dabei, ein Gehege für die Ziegen zu bauen. Gemeinsam mit unserem Fahrer halfen wir kurzerhand beim einzäunen und fühlten uns wie echte Entwicklungshelfer:-)

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Erst im Nachhinein erfuhren wir, dass der Fahrer selbst aus dieser Familie stammt und in der Wüste aufgewachsen ist. Gemeinsam mit seinem Cousin fuhren wir weiter zu seinem, mit den Kamelen auf uns wartenden, Bruder. Dieser führte im Anschluß unsere Kamelkaravane an und wir ritten den Sanddünen und dem Sonnenuntergang entgegen. Okay, den erhofften Untergang am Wüstenhorizont haben wir wegen der Bewölkung leider nicht zu sehen bekommen. Wieder einmal hatten wir Pech mit dem Wetter!

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In unserem Abendlager angekommen, erwarteten uns schon unser Fahrer und sein Cousin. Es war schon ein grandioses Erlebnis, gemeinsam mit drei Wüstenjungs Lagerfeuer zu machen, sich authentisch bekochen zu lassen und sich Geschichten über das Leben in der Wüste an zu hören.

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Am nächsten Tag ging es mit dem Zug wieder zurück nach Jodhpur. Dort nutzen den Morgen zu einem kurzen Abstecher zum mächtigen Fort, bevor wir unsere Weiterreise per Flugzeug fortsetzen. Zunächst flogen wir Mumbai an, von wo uns eine zweite Maschine nach Trivandrum in den südlichsten Zipfel des Subkontinents brachte.

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1 Kommentar


  1. ·

    Hallo,liebe Katrin und lieberJohannes!
    Wir wuenschenEuch weiterhin eindrucksvolle Erlebnisse und viel Glück!
    viele Gruesse aus Lanzarot von Sabine und Friedrich

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