Peking Tag 3

Für meinen dritten und letzten Tag in Peking war natürlich der Besuch der Verbotenen Stadt angesagt. Eigentlich wollte ich am Vorabend früh ins Bett gehen um heute genügend Zeit zu haben, um zusätzlich den Sommerpalast im Nordwesten der Stadt zu besichtigen. Allerdings bin ich immer noch nicht so richtig im Zeitrythmus angekommen, so dass ich viel zu spät ins Bett gekommen bin. Daher entschied ich mich den Sommerpalast ggf. ausfallen zu lassen.

Auch dieses Mal wollte mich der Taxifahrer auf dem Weg zur Verboten Stadt am Nordtor – dem Ausgang – absetzen. Er wählte jedoch eine andere Strecke als sein Vorgänger und kassierte mich bereits an der Ampel zuvor ab. Am Nordtor angekommen hielt er um mich aussteigen zu lassen. Diesmal blieb ich hartnäckig einfach sitzen. Ich glaube sie wählen diese Masche, weil sie dort direkt, die aus dem Tor strömenden Besucher, als neue Fahrgäste einladen können und sonst für kaum mehr Geld Zeit im Stau verlieren. Meine Taktik sitzen zu bleiben ging auf, weil er so natürlich auch keine neuen Fahrgäste gewinnen konnte. :-)

Wurde ich die ersten Tage noch mit purem Sonnenschein verwöhnt, war sie heute gar nicht mehr zu sehen. Zudem regnete es vormittags noch. Weil zudem heute Unmengen an Besuchern in der Verbotenen Stadt unterwegs waren, wurde die Freude insgesamt etwas getrübt. Die Anlage an sich ist jedoch schwer beeindruckend!

Wie schon am ersten Tag kurz angemerkt gingen die Chinesen davon aus der Mittelpunkt der Welt zu sein, wobei sich das Zentrum genau in der Verbotenen Stadt befindet. Die gesamte Anlage – als Abbild der himmlischen Ordnung auf Erden – ist streng entlang der Nord (Yin)-Süd (Yang)-Achse konstruiert. Man kann die Architektur – genauso wie das tägliche Protokoll des Kaisers – als einen spirituellen Code verstehen, um das oberste Prinzip, die perfekte Harmonie zwischen Yin und Yang zu erreichen. So befinden sich der Wohnpalast der Kaiserin (Palast der irdischen Ruhe -> Erde = Yin) und die Häuser der Frauen im Norden. Der Wohnpalast des Kaisers dagegen im Süden des inneren Hofes (Palast der Himmlischen Einheit -> Himmel auch Yang). Genau dazwischen liegt der genau dazwischen Palast der Vereinigung von Himmel und Erde, hier berühren Sich Himmel und Erde. Ich brauche wohl nicht zu erwähne, dass dies der Mittelpunkt der Stadt und somit des Universums ist. Im Norden der Stadt wurde zudem ein Hügel errichtet, durch den Süden zum Ausgleich ein Fluss. Der Kaiser wurde auch als Himmelssohn bezeichnet. Er hatte die Aufgabe die Geschicke des Reiches entsprechend der kosmischen Ordnung zu lenken. Ein weiteres immer wieder kehrendes Symbol ist der des Drachens, der in der chinesischen Vorstellung durch die Lüfte fliegt.

Ausgerüstet mit einem GPS-Audioguide navigierte ich durch den Palast. Um die ganze Anlage zu besichtigen sollte man mindestens 4 oder mehr Stunden einplanen. Viele Bereiche sind spiegelbildlich konstruiert. Lediglich der Zweck der Gebäude und deren Ausstellung variieren. Nachdem ich mich ca. drei Stunden durch die Massen gekämpft hatte und die wichtigsten Bereiche kurz gesehen hatte, entschied ich mich auf die Kronjuwelen und die Waffen zu verzichten, um lieber doch noch mit der U-Bahn zum Sommerpalast zu fahren. Dies war definitiv die beste Wahl!

Diese weitläufige, traumhafte Parkanlage entstand im wesentlichen in den Jahre 1750/51 und diente den Kaisern – wie der Name vermuten lässt – als Sommerresidenz in den heißen Sommertagen. Zwei mal wurde die Anlage von Westlichen Armeen zerstört und danach wieder rekonstruiert. Das besondere ist, dass die Kaiser der letzten Dynastie (Qing) diverse Gartenstilrichtungen mischten um damit die Herrschaft über halb Asien zu symbolisieren.

Zwar waren stellenweise auch hier Unmengen von Chinesen unterwegs, es gab aber auch immer wieder bezaubernde Ecken, wo es etwas ruhiger war. Leider hatte ich jedoch nur noch eineinhalb Stunden Zeit und einige Anlagen waren schon geschlossen.

2 Kommentare

  1. admin
    ·

    wo soll ich denn sonst sein? In Honululu?! (-;

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