Wudang Tage 3-6

Wir haben gerade Sonntagvormittag und ich habe eben den Bus nach Wuhan bestiegen. Wenn alles gut geht werde ich in gut 5 Stunden dort ankommen und morgen meine Famulatur an der Tongij Universität beginnen.

Hinter mir liegt meine erste Woche in einer chinesische Kung Fu Schule. Alles in Allem blicke ich auf eine schöne Zeit dort zurück. Gerade die Gruppe mit den anderen Ausländern ist mir in der kurzen Zeit ans Herz gewachsen. Wie ich schon im letzten Blog geschrieben hatte, war das Training körperlich sehr anstrengend. Außerdem habe ich mir im Laufe der Woche einen kleinen Infekt zugezogen, was die Sache nicht leichter gemacht hat. Ich habe daher zweimal auf die harte erste Trainingseinheit verzichtet und mir meine Körner für den Rest des  Tages aufgespart.

Vorgestern hat die ganze Mannschaft einen Ausflug gemacht, was mir insofern sehr entgegen kam! Schon seit langem war für den morgigen, trainingsfreien Tag geplant, einen Ausflug auf die Bergspitze zu den Tempeln zu machen. Meister Wang hatte dann allerdings versucht die Sondergenehmigung, mit seinem Bus auf den Berg fahren zu dürfen, von Montag auf vergangenen Freitag zu verlegen. So hätte ich mit auf den Berg gekonnt. Leider hat dies so kurzfristig jedoch nicht geklappt. So haben wir am Freitag zunächst eine private Führung durch das wohl offiziell noch nicht eröffnete Dinosauriermuseum bekommen. Dazu muss man sagen, dass die Regierung zur Zeit riesige Millionen Beträge in die Region investiert um hier – ähnlich dem Shaolin-Tourismus – ein kleines Disney-Land und Naherholungsgebiet entstehen zu lassen. Eine andere große Attraktion neben den Tempeln ist der Tai Chi Lake, wohl einer oder sogar der größte künstlich erschaffene See der Welt. In den vergangenen Jahren hat die Regierung etliche Häuser umgesiedelt, um in naher Zukunft den See noch weiter vergrößern zu können. In diesem Zuge ist auch das Dinosauriermuseum entstanden, da in der Region wohl die meisten Dinosauriereier weltweit gefunden wurden. Wirklich interessiert hat mich das Museum ehrlich gesagt jedoch nicht. Ebenso wenig wie das angeschlossene 4D-Kino. Hier wurde ein 3D-Dinofilm gezeigt, während sich die Sitze bewegten oder alle möglichen anderen Effekte zum Einsatz kamen. Den Kids hat es aber gefallen.

Viel interessanter dagegen war das Wudang-Museum. Gerade durch die Erklärungen von Benjamin oder Meister Wang zu den verschiedenen taoistischen Originalstatuen machten den Besuch besonders wertvoll. Schließlich haben wir den Ausflug in die Stadt auch genutzt um eine kleine Fotosession zu starten und dem ehemaligen Schulgebäude in der Stadt einen Besuch abzustatten, bevor wir am Nachmittag eine Bootstour auf dem Tai Chi unternommen haben.

Es ist schon etwas komische, eine Woche in Wudang Shan verbracht zu haben, ohne  auf dem Berg gewesen zu sein. Ich plane aber in 4 Wochen hierher zurückkehren und werde dann meine Gelegenheit noch bekommen.

In Wuhan wird man eigentlich von der organisierenden Gesellschaft vom Bahnhof oder Flughafen abgeholt. Da aber niemand genau sagen kann, wann der Bus ankommt, muss ich mich wieder mal auf eigene Faust bis zu einem Hotel durchschlagen. Sobald ich dort bin soll  ich unsere Betreuerin von der Rezeption aus anrufen lassen. Mal sehen wie kooperationsbereit die Mitarbeiter sind, wenn sie checken, dass ich gar nicht in ihrem 5 Sternehaus absteige. (-;

 

1 Kommentar


  1. ·

    Hi Hannes

    toller Bericht und schöne Bilder. Ich vermisse Bilder von dir beim training.

    Weiter so.

    Sifu Tuan :-)

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